Habseligkeiten - ein Zeitdokument urbanen Lebens
Meine Fotografien dokumentieren Menschen, die im öffentlichen Raum wie Verkehrsmitteln, S-Bahnhöfen, unter Brücken oder vor Ge-
schäften Schutz suchen, dort leben, schlafen, überwintern, sich aufwärmen und ausruhen. Keinesfalls sollen diese Personen durch meine Fotografien bloßgestellt werden, ihre Anonymität bleibt gewahrt, es werden höchstens Hände oder Beine abgelichtet. Mein Fokus liegt auf den Habseligkeiten: wenige Tüten und Taschen, vielleicht noch ein Einkaufswagen, in denen die ganze Habe dieser Menschen verstaut ist.
Nach einer bestimmten Dauer der Dokumen-
tation möchte ich meine Fotoarbeiten gerne einer breiten Öffentlichkeit zeigen, und zwar auf den Werbe- und Plakatflächen von Bahnhöfen, U- und S-Bahnstationen und Bushaltestellen. Auch die Displays in den Verkehrsmitteln selbst sind gut geeignet. Da der Kostenaufwand nicht unerheblich ist, versuche ich, die Mieter solcher Flächen als Sponsoren zu gewinnen. Die möglichen Erlöse aus der Ausstellung sollen den Obdachlosen zukommen und lediglich meine Ausgaben decken. Von einem Honorar sehe ich ab. Kosten entstehen mir durch die Nutzung der öffentlichen Transportmittel, die Herstellung der Fotografien und Ausbelichtungen. Im Moment ist das Projekt noch in der Startphase, seine Durchführung hängt von den Sponsoren ab.
Das Projekt habe ich 2008 im Ruhrgebiet begonnen, doch die Reise geht immer weiter: Mir geht es darum, sichtbar zu machen, was wir uns nicht vorstellen können oder wollen.
Und den Menschen am Rande unserer Ge-
sellschaft ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Respekt entgegenzubringen. Derzeit reise ich nachts durch Dortmund, Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Gelsenkirchen und alle Städte, die auf dem Weg liegen. Im Laufe der Zeit soll sich das Netz erweitern. Das Projekt läuft in Zyklen und nach Vollendung eines Zyklus’ soll es eine Ausstellung geben. Vorstellbar ist z.B. eine 24-Stunden-Aktion auf Plakatflächen (H&M, C&A etc.). Aber auch andere Zeiträume oder Formen sind denkbar, ebenso wie weitere Ideen des „Sichtbarmachens“, an denen ich gerade arbeite.
Sie können mich und das Projekt auch im Kleinen unterstützen, indem Sie eine Habsel Tasche kaufen. Die Habsel Taschen werden als Einzelstücke verkauft zu 17,85 Euro incl. USt. Sie haben eine Größe von ca. 32 x 21 cm oder 28 x 22 cm. Die Griffe sind 48 cm lang. Die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf der Taschen fliesst diesem Projekt zu.
Wenn Sie mein Projekt auf andere Art unterstützen möchten stehe ich Ihnen gerne jederzeit unter +49(0)201 - 451 391 62 oder
habsel@christianeschmidt.com zur Verfügung.
Christiane Schmidt, Essen im Juni 2010
Presse:
- Solinger Tageblatt als .pdf zum download
- Newslink zu Ute C. Latzke
© Christiane Schmidt 2010